Fenbendazol ist ein seit Langem etabliertes Antiparasitikum (Anthelminthikum), das vor allem bei Tieren eingesetzt wird. Es gehört zu einer Gruppe von Verbindungen namens Benzimidazole, die in den 1970er-Jahren entwickelt wurden. In Laboren wird es mitunter als Werkzeug zur Untersuchung des Zellinneren verwendet, und in der Veterinärmedizin wird es dafür geschätzt, dass es gegen viele Parasiten wirkt und zugleich für das behandelte Tier sicher ist.
Zu welcher Verbindungsfamilie es gehört
Chemisch ist Fenbendazol mit mehreren anderen antiparasitären Arzneimitteln verwandt, darunter Albendazol, Mebendazol und Oxfendazol. Letzteres ist tatsächlich die Substanz, in die sich Fenbendazol im Körper umwandelt.
Wirkmechanismus: Es blockiert das „Gerüst“ der Zelle
Fenbendazol bindet an ein Protein namens β-Tubulin und hindert es daran, sich zu sogenannten Mikrotubuli zusammenzulagern. Mikrotubuli sind winzige röhrenförmige Strukturen, die als inneres Gerüst und als „Schienen“ der Zelle dienen: Sie transportieren Substanzen, geben der Zelle ihre Form und sind an ihrer Teilung beteiligt.
Sobald Fenbendazol die Bildung dieser Röhren blockiert, gerät in der Zelle des Parasiten mehreres zugleich aus dem Gleichgewicht: Der innere Transport funktioniert nicht mehr, der Parasit kann Zucker (Glukose) nicht mehr richtig aufnehmen und verarbeiten und verliert so seine Energiequelle. In der Folge stirbt er.
Warum es dem Parasiten schadet und nicht dem Tier
Das Protein β-Tubulin unterscheidet sich in kleinen strukturellen Details zwischen einem Parasiten und einem Säugetier. Deshalb bindet Fenbendazol weit stärker an das Protein des Parasiten als an das des Wirts. Das erklärt seine selektive Wirkung auf Würmer und seine relative Sicherheit für das behandelte Tier.
Was im Körper mit ihm geschieht
Fenbendazol löst sich schlecht in Wasser, weshalb der Körper es nur begrenzt und in wechselndem Maß aufnimmt. Nach der Aufnahme wird es zunächst in das aktive Oxfendazol und anschließend in eine inaktive Form umgewandelt, die ausgeschieden wird. Die Art, wie diese Verbindung verarbeitet wird, unterscheidet sich zwischen den Tierarten deutlich, was bei der Planung von Experimenten und der Herstellung von Lösungen im Labor von Bedeutung ist.
Wogegen es wirkt (bei Tieren)
In der Veterinärmedizin wird Fenbendazol gegen Magen-Darm- und Atemwegswürmer sowie bestimmte andere Parasiten bei vielen Tierarten verabreicht. Das ist seine offizielle, etablierte und zugelassene Anwendung.
Resistenz — ein interessantes Forschungsthema
Weil Benzimidazole so breit eingesetzt wurden, sind manche Parasiten resistent gegen sie geworden. Das geschieht durch kleine Veränderungen (Mutationen) im Gen für β-Tubulin, durch die das Arzneimittel schlechter daran bindet. Es ist ein klassisches, gut untersuchtes Beispiel dafür, wie Organismen gegen Arzneimittel resistent werden.
Verwendung als Forschungsreagenz
Dank seines gut charakterisierten Mechanismus wird Fenbendazol im Labor mitunter als Werkzeug zur Untersuchung von Mikrotubuli und als Referenzstandard in der chemischen Analytik verwendet. SWISS LAB liefert es als Reagenz definierter Reinheit, das für die Laborarbeit bestimmt ist.
Quellen
- Dogra N. et al. (2018), Fenbendazole acts as a moderate microtubule destabilizing agent…, Scientific Reports — nature.com/articles/s41598-018-30158-6
Nur für In-vitro-Laborforschung. Kein Humanarzneimittel und nicht zur Behandlung bestimmt.